Presse

BBBank und BBBank Stiftung unterstützen Kinder- und Jugendhospizarbeit

Mi, 01.08.2018

BBBank und BBBank Stiftung haben zusammen die Spendenaktion „Gemeinsam Gutes tun“ durchgeführt. Viele BBBank-Mitglieder haben sich daran beteiligt. Am Aktionsende hat die BBBank alle Spenden um 1/3 aufgestockt. Mit dem Gesamterlös unterstützt die BBBank Stiftung stationäre Kinder- und Jugendhospize sowie ambulante Dienste in ganz Deutschland.

Bundesweit werden durch die Spendenakionen 15 Organisationen unterstützt. In Friedrichshafen überreichte Michael Back, BBBank-Mitarbeiter in Überlingen und Projektpate, einen symbolischen Spendenscheck in Höhe von 5.000 Euro an den Kinderhospizdienst AMALIE im Bodenseekreis. Den Scheck nahmen alle vier hauptamtlichen Koordinatorinnen von AMALIE in Empfang.

„Kinder- und Jugendhospize sowie ambulante Kinder- und Jugendhospizdienste leisten eine wertvolle Arbeit. Sie begleiten erkrankte Kinder und deren Familien durch die schwierige Zeit. Die Menschen finden dort Ruhe und Geborgenheit. Zudem erleben sie Gemeinschaft und Abwechslung“ sagt Michael Back.

Als Mitgliederstiftung, die dazu einlädt, gemeinsam Gutes zu tun, wurde die BBBank Stiftung von der BBBank errichtet. Jährlich unterstützt die BBBank mit Spenden und den Erträgen des Stiftungsvermögens unterschiedliche gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitswesen sowie Bildung und Erziehung.

AMALIE freut sich sehr, dass auch im westlichen Bodenseekreis bereits Unterstützung und Interesse an der Arbeit des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes besteht und ein Teil des Geldes aus der bundesweiten Spendenaktion nun der Begleitung von Familien vor Ort zugutekommen kann.

Text: Presseabteilung BBBank; AMALIE

Ein guter Engel für Andere sein

Di, 31.07.2018

Mit einem feierlichen Aussendungsgottesdienst wurden 16 neue Ehrenamtlich vom ambulanten Kinderhospizdienst AMALIE entsendet. Sie haben sich ausbilden lassen, um Familien, in denen ein Kind oder ein Elternteil lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankt oder auch bereits verstorben ist, zu unterstützen.

Viele Monate haben sich die 13 Frauen und drei Männer in einer Weiterbildung mit der Trauerbegleitung, dem Sterben und Tod von Kindern auseinandergesetzt. „Engel kommen zu uns in Menschengestalt. Sie werden geschickt, um für andere Menschen da zu sein“, so sendete Diakon Graf Waldburg-Zeil in einem feierlichen Gottesdienst die Ehrenamtlichen aus, um ihren besonderen Auftrag zu übernehmen. Sie sollen Familien in schweren Zeiten von Krankheit, Trauer und Tod beistehen. Als Dank, diesen Dienst zu übernehmen, erhielten die Patinnen und Paten einen Handschmeichler aus Birkenholz mit ihrem persönlichen Leitsatz. „Den können Sie in der Hosentasche tragen, um in schwierigen Momenten des Einsatzes danach zu greifen“, sagt Elisabeth Mogg, die AMALIE-Koordinatorin für den Landkreis Ravensburg.

Da sein und Zeit schenken

Auf dem Schmeichler von Gaby Hertnagel steht der Satz „Wo wir Freude bereiten wird der Schmerz kleiner.“ Als gelernte Altenpflegerin, die vier eigene Kinder und drei Pflegekinder großgezogen hat, war für sie immer klar, dass sie sich in der Hospizarbeit engagieren wollte. Nach dem 100 stündigen Qualifizierungskurs fühlt sie sich gut vorbereitet. Neben den theoretischen Einheiten über Trauerbegleitung haben die Ehrenamtlichen im Rahmen eines Praktikums in Behinderteneinrichtungen, in Kinderkliniken, im Kinderhospiz oder in integrativen Kindertagesstätten Erfahrung im Umgang mit schwerkranken Kindern gesammelt. Seit sechs Wochen ist Gaby Hertnagel bereits im Einsatz und betreut das Geschwisterkind eines schwerstkranken Mädchens. „Wir verbringen einmal pro Woche Zeit miteinander“, sagt sie. Drei bis vier Stunden ist sie Ansprechpartnerin für das Geschwisterkind und bringt ein Stück Normalität in den Alltag. Sie ist aber auch im Gespräch mit den Eltern und Verwandten und hilft bei organisatorischen Schwierigkeiten. Froh ist Gaby Hertnagel über die gute Betreuung durch AMALIE. Wir suchen für jede Familie die passende Patin oder den passenden Paten“, so Barbara Weiland von AMALIE, Koordinatorin für den Bodenseekreis.

Begleiter, die zur Seite stehen

Aus ganz unterschiedlichen Lebensumständen haben sich die neuen Patinnen und Paten zusammengefunden, um ein Zeichen der Hoffnung zu sein. „Wer sein Leben lang immer Angst hat vor dem Sterben, fängt nie zu leben an“, so eine Liedzeile aus dem Gottesdienst, der virtuos am Klavier von Andreas Kruse begleitet wurde.

Der nächste Qualifizierungskurs des ambulanten Kinderhospizdienstes, eine Kooperation der Stiftung Liebenau und der Malteser startet im Oktober 2018. Interessierte Ehrenamtliche können sich auf der Homepage des ambulanten Kinderhospizdienstes (www.kinderhospizdienst-ravensburg.de und www.kinderhospizdienst-bodensee.de) über alle Termine informieren und Kontakt zu den Koordinatorinnen aufnehmen.

Artikel und Foto: Svenja Kranz, freie Mitarbeiterin der Stiftung Liebenau.

Konzert zu Gunsten von AMALIE

Di, 05.06.2018

Am 20.4.2018 hat das Lacus-Ensemble ein Konzert zu Gunsten von AMALIE, dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst, gegeben.

Unter dem Motto „Frühlingsmusik“ wurden die Zuhörer an einem lauen Frühlingsabend mit Gesang, Querflöte und Orgel in den Frühling eingestimmt. Die Begeisterung der Zuschauer zeigte sich auch an der hohen Spendenbereitschaft. Es konnten insgesamt 362 Euro für den Kinderhospizdienst gesammelt werden.

AMALIE freute sich sehr über den musikalischen Einsatz des Lacus-Ensembles und bedankt sich herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern.

Text: Johanna Fangauer (Lacus Ensemble)

Die Klasse 6d sagt „Danke“!

Fr, 18.05.2018

Bildungszentrum Meckenbeuren

Es hat sich herumgesprochen, die Tomatenpflanzen vom Bildungszentrum Meckenbeuren sind super! Zum dritten Mal wurde das Tomatenprojekt am BZM durchgeführt.

Die Klasse 6d hat sich riesig gefreut, wie viele Meckenbeurer am Mittwoch, den 09.05.2018, auf den Markt kamen, um sich für diesen Sommer mit Tomatenpflanzen einzudecken. Über 300 Tomatenpflanzen konnten verkauft werden. „Uns ist es besonders wichtig, dass wir alte und unbekannte Sorten aus hochwertigen Bio-Samen anziehen!“ meint Tiziana aus der 6d. So soll der geliebte süße und saftige Tomatengeschmack wieder in unsere Küchen Einzug halten.

Die 6d freut sich über ihre Einnahmen und möchte ihre Freude an andere weitergeben, deshalb geht in diesem Jahr wieder ein Teil der Einnahmen als Spende an Hilfsbedürftige.

…und AMALIE freut sich darüber, dass die 6d dabei an die Familien gedacht hat, die vom ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst begleitet werden. Ein ganz großes Dankeschön an die fleißigen und umweltbewussten Schüler des Bildungszentrums Meckenbeuren!

Ulrike Wiedmann

Betriebskrankenkasse MTU spendet 1.620 € an Kinderhospizdienst „Amalie“

Mo, 14.05.2018
  • Verwaltungsrat verzichtet auf Sitzungsgelder für einen guten Zweck
  • „Amalie“ unterstützt von schwerer Krankheit betroffene Familien
  • Spende fließt in Fahrtkosten und Fortbildung von ehrenamtlichen Helfern

     

FRIEDRICHSHAFEN – Vertreter der Betriebskrankenkasse MTU haben Anfang März 2018 einen Spendenscheck in Höhe von 1.620&nbsp€ an den ambulanten Kinderhospizdienst „Amalie“ überreicht. Wie schon im Vorjahr hat der sechsköpfige Verwaltungsrat der Betriebskrankenkasse gemeinschaftlich auf seine Sitzungsgelder verzichtet und diese stattdessen gespendet.

„Amalie“ begleitet mit Hilfe von ehrenamtlichen Helfern Familien, in denen Kinder oder deren Angehörige schwersterkrankt sind. „Mit unserer Spende möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass Familien in solch einer schweren Zeit Unterstützung und Halt bekommen“, erklärt Marcus Wassenberg, Finanz- und Personalvorstand der Rolls-Royce Power Systems AG und Mitglied des Verwaltungsrats der BKK MTU.

Mit dem Geld finanziert die Organisation Fortbildungen für die ehrenamtlichen Helfer und deckt deren Fahrtkosten zu den betroffenen Familien. „Als ehrenamtlicher Betrieb sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um betroffenen Familien in dieser schweren Zeit beistehen zu können“, betont Sybille Wölfle, ehrenamtliche Koordinatorin bei „Amalie“, und ergänzt: „Wir bedanken uns deshalb auch im Namen der Familien und Kinder für die großzügige Spende.“

Seit seiner Gründung im Jahr 2010 hilft der ambulante Hospizdienst kostenlos Kindern und Jugendlichen, mit der schweren Krankheit oder dem Verlust eines Angehörigen umzugehen. Insgesamt 57 Paten sind dafür im Bodenseekreis und dem Landkreis Ravensburg ehrenamtlich im Einsatz. Sie bieten Heimbesuche an, planen Ausflüge und schaffen einen Austausch zwischen gleichaltrigen Kindern mit einem ähnlichen Schicksal.

Realschule Überlingen unterstützt AMALIE

Mi, 25.04.2018

Nach einem erfolgreichen Adventsbasar im letzten Jahr können die Schülersprecher Aurelia Müller, Leonie Hueber und Mathieu Loth eine Spende in Höhe von 1.600 € an den ambulanten Kinderhospizdienst AMALIE überreichen.

Die Einrichtung ist im Bodenseekreis und dem Landkreis Ravensburg aktiv und begleitet Familien, in denen Kinder, Jugendliche oder Eltern schwerst- und lebensverkürzend erkrankt sind.

Die Mitarbeiterinnen Frau Barbara Weiland und Frau Sybille Wölfle bedanken sich herzlich bei den Schülervertretern und betonen die Wichtigkeit der Spenden für AMALIE. Diese werden unter anderem eingesetzt, um ehrenamtliche Mitarbeiter zu schulen.

Neben AMALIE konnte die Schülermitverantwortung (SMV) weitere 1.600 € an den langjährigen Partner der Realschule „Aktion Peruhilfe e.V.“ spenden und damit ein Straßenkinderprojekt unterstützen. Die SMV bedankt sich bei allen Eltern, Schülern und Lehrern, welche am Adventsbasar mitgeholfen haben und ohne deren Hilfe dies nicht möglich gewesen wäre.

Sachspende von der Dennis-Kayser-Stiftung

Mi, 04.04.2018

Eine ganz besondere Spendenübergabe fand im Büro in Weingarten im März statt: Die Dennis-Kayser Stiftung hatte unseren ambulanten Kinderhospizdienst einen großen Wunsch erfüllt und uns 30 Erinnerungsalben für trauernde Kinder finanziert, die wir in unsere Trauerfamilien mitnehmen können, um die Erinnerung an das verstorbene Geschwister oder Elternteil festzuhalten und damit die Trauer besser verarbeiten zu können. Da dies mit den ganz kleinen Kindern nicht so gut machbar ist, gab es für diese Altersgruppe zusätzlich noch Pallimu- Trösterkissen zum Mitbringen. Diese Kissen wurden speziell für diesen Zweck von der Kindertrauergruppe aus Brühl entwickelt und sind sehr liebenswert und kuschelig. Max, der als Vertreter der Dennis-KayserStiftung zur Spendenübergabe gekommen ist, hat das Kissen jedenfalls auch gerne im Arm gehalten. Die Dennis-Kayser-Stiftung unterstützt Familien mit schwerkranken Kindern.

Weitere Infos: https://m.facebook.com/DennisKayserStiftung/

Vielen Dank für die wunderbaren Bücher und Kissen, wir haben uns riesig darüber gefreut!

Lernen, den Schmerz auszuhalten

Di, 13.02.2018

In Trauergruppen können Kinder den Tod der Eltern verarbeiten – Um Weihnachten ist der Verlust besonders spürbar.

Von Ruth Auchter

RAVENSBURG - „Erst hatte ich Angst, dass ich das nicht aushalte“, gesteht Ingrid Rauch. Dann aber hat sie sich ein Herz gefasst, beschlossen, „ich kann das“ – und die Ausbildung zur Trauerbegleiterin für Kinder gemacht. Das war vor vier Jahren. Seither hilft die pensionierte Grundschullehrerin Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren in speziellen Trauergruppen dabei, den Tod eines Elternteils zu verarbeiten. Um Weihnachten kann es sich besonders schlimm anfühlen, dass Mutter oder Vater nicht mehr da sind. Auch wenn es „heftig“ ist, wie sie aus eigener Erfahrung weiß: Ingrid Rauch rät betroffenen Familien, auch und gerade an Weihnachten, „die Gefühle nicht zu verstecken“ oder weg zu drücken. „Man darf weinen.“ Das ist das eine. Das andere: Auch wenn es an den Feiertagen vielleicht noch schwerer als sonst fällt, wenn da jemand fehlt am Frühstückstisch, beim Liedersingen, beim Nach-Hause-Kommen, beim Gute-Nacht-Sagen –Rauch ist überzeugt, dass es besser ist, „den Schmerz auszuhalten“. Besser, als „Halligalli zu veranstalten und so zu tun, als sei alles in Ordnung.

Weil nach dem Tod eines geliebten Elternteils eben nichts mehr in Ordnung und so ist, wie es bis dahin war, braucht es Rauchs Ansicht nach Begleitung. Insbesondere für Kinder, die oft nicht wissen, wie sie mit ihrer Trauer umgehen sollen und häufig auch damit alleingelassen werden. Das kennt auch Sabine Reischmann, Vorsitzende der Sonja- Reischmann-Stiftung, die die Kindertrauergruppen finanziell unterstützt: Sie war 16, als ihr Vater starb – doch Bekannte fragten in der Regel nur, wie es ihrer Mutter ging. „Wir Kinder wurden oft übersehen.“ Darum begrüßt Reischmann es, wenn die Leute auch mittels der Trauergruppen „für das Tabu-Thema Tod sensibilisiert werden“. Abgesehen davon, dass ihre Schulfreundinnen damals nicht recht wussten, wie sie auf den Todesfall reagieren sollten, „haben die Banken plötzlich komisch getan“, als ihre Mutter die Firma notgedrungen alleine führte. Auch dies kein Einzelfall. Sybille Wölfle vom Ambulanten Kinderhospizdienst Amalie, die in den Landkreisen Ravensburg und Bodensee die Kindertrauergruppen koordiniert, berichtet: Häufig werde der Verlust durch Geldsorgen verschärft:

„Viele Kinder verlieren nicht nur ein Elternteil, sondern dann auch noch ihr Zuhause.“ Meist sterben nämlich die Väter, sei es an Herzinfarkt oder durch Verkehrsunfälle – und viele Witwen kommen in der Folge finanziell ins Hintertreffen. Wie es ihnen mit dem Verlust und seinen Auswirkungen geht, können die Kinder einmal im Monat zwei Stunden lang bei den Treffen im Ravensburger Mehrgenerationenhaus Gänsbühl ausdrücken. Hier sind sie unter Altersgenossen, die dasselbe durchmachen wie sie. Hier haben sie einen geschützten Rahmen, in dem sie ihrer Trauer, Wut oder Verzweiflung freien Lauf lassen oder ihre Schuldgefühle thematisieren können. Die lasten nämlich häufig insbesondere dann auf Kindern, wenn sich ein Elternteil das Leben genommen hat. In der Gruppe haben sie die Möglichkeit, eine Kerze für den toten Papa oder die verstorbene Mama anzuzünden, ihnen einen Brief zu schreiben, mit den anderen Teilnehmern ihre Erinnerungen zu teilen. Oder, erzählt Rauch, „wir malen, wie das ,Traurig’ jedes Einzelnen aussieht“. Ein Junge habe etwa mal geschrieben: „Lieber Papa, ich weiß zwar noch, wie du aussiehst, aber ich kenne deine Stimme nicht mehr.“

Ingrid Rauch: „Da geht es knallhart ums Realisieren“

Solche Dinge gehen Ingrid Rauch und Michael Roth, der sie seit 2015 bei den Trauergruppen unterstützt, nahe. Dennoch machen sie keinen Bogen darum, sondern konfrontieren Elternteil nicht für eine Weile weggegangen ist, sondern nie mehr wiederkommen wird: „Da geht es knallhart ums Realisieren“, sagt Rauch. Sie hat in der 80-stündigen Ausbildung gelernt, dass Trauer spiralförmig verschiedene Phasen durchläuft. Und, dass es darum geht, die Kinder zu stärken – trotz allem. Wie man dazu so anschaulich und tiefgreifend wie möglich beitragen kann – dazu lässt sich die ehemalige Lehrerin eine Menge einfallen. Zum Beispiel die Sache mit den gequälten Steinen. So heißen Exemplare, durch die ein gewaltsamer Riss verläuft – der irgendwann durch chemische Vorgänge wieder geschlossen wurde und sich danach als weißer Streifen zeigt. Einen ganzen Haufen solcher Steine bringt Ingrid Rauch in die Trauergruppen mit. Jedes Kind darf sich dann einen aussuchen – gab es doch auch in seinem Leben „ein gewaltsames Erlebnis“. Darf etwas dazu sagen. Und schließlich den Stein mit all dem bemalen, was ihm guttut – mit Blumen, Noten, Sonne, Freunden. Dingen, so Rauch, die „seine Verletzungen zu Narben heilen lassen.

Besuchsdienst holt die Kinder ab

Momentan läuft die fünfte Kindertrauergruppe in Ravensburg: Im Mehrgenerationenhaus Gänsbühl treffen sich 14 Kinder in zwei Gruppen einmal im Monat samstags zwei Stunden, um ihren Verlustbetrauern zu können. Im Juli 2018 geht die Gruppe zu Ende, im Herbst nächsten Jahres startet die nächste. Während die Kinder in der Gruppe sind, können die Eltern sich nebenan in einem eigenen Gesprächskreis austauschen. Wo nötig, holt ein kostenloser Fahrdienst die Kinder ab und bringt sie wieder heim. Dank der Sonja-Reischmann-Stiftung ist das Angebot auch 2018 noch kostenlos, danach ist man auf Spenden angewiesen.

Informationen gibt es bei Sybille Wölfle unter der Telefonnummer 07541 / 4094360 und per E-Mail an s [Punkt] woelfle [at] kinderhospizdienst-bodensee [Punkt] de

 

Begleitung in schweren Zeiten

Mo, 05.02.2018

Ravensburg/Wangen - Der Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar schafft Aufmerksamkeit für die Situation von Familien, in denen ein Kind oder ein Elternteil lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankt ist. Auf dem Ravensburger und Wangener Wochenmarkt stellt deshalb der Kinderhospizdienst AMALIE an diesem Tag seine Arbeit vor.

Jede Woche, wenn Erika Eichwald die vierjährige Tina besucht, spielen sie gemeinsam. Die meiste Zeit spielen sie Krankenhaus. Der Blutdruck wird gemessen, das Herz wird abgehört - denn Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte gehören seit einem Jahr zu Tinas Welt. Das kleine Mädchen ist an Leukämie erkrankt. Regelmäßig muss sie in die Klinik zur Chemotherapie. Aufgrund des schlechten Immunsystems und der Gefahr einer Ansteckung darf sie den Kindergarten nicht besuchen, kann kaum nach draußen gehen und nur selten Besuch zu Hause empfangen. Die ehrenamtliche Patin engagiert sich seit sechs Jahren beim Ambulanten Kinderhospizdienst AMALIE, einem Angebot der Stiftung Liebenau und des Malteser Hilfsdienstes im Landkreis Ravensburg und im Bodenseekreis.

Hilflosigkeit auffangen, Familien entlasten und stärken

In einem rund 100 Stunden dauernden Qualifizierungskurs hat Erika Eichwald sich von AMALIE zur Patin ausbilden lassen. „Das Thema Tod und Trauer gehört zu unserem Leben dazu“, erzählt die 78-Jährige Seniorin, die derzeit die älteste Patin ist. „Ich wollte einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen, und der Umgang mit Kindern liegt mir sehr am Herzen.“ Für Erika Eichwald ist es wichtig, den Menschen zu helfen, die es härter trifft als andere. Sie will für die Kinder da sein, die gerade nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. In bereits drei Einsätzen hat sie an regelmäßigen wöchentlichen Terminen Familien begleiten, oft über einen sehr langen Zeitraum. Dabei ist sie nicht nur Spielpartnerin für die Kinder, sondern auch Ansprechpartnerin für Eltern oder Verwandte. Auch für Tinas Mutter hatte Erika Eichwald ein offenes Ohr, in Zeiten, wo es kaum Außenkontakte und nur deprimierende Geschichten aus dem Krankenhaus gab. Die Patin ist dafür da, ein Stück Normalität im Alltag zu ermöglichen und übernimmt auch Aufgaben für die in den Familien wenig Zeit bleibt, wie etwa die Betreuung der Geschwister. Ihr Engagement bei AMALIE ist Erika Eichwald aber nicht nur Herzensangelegenheit: „Auch ich brauche es, gebraucht zu werden. Ich gebe ja nicht nur, ich bekomme ganz viel zurück.“ Es ist eine schwierige Arbeit, aber nicht immer hoffnungslos. Mancher Einsatz entwickelt sich auch zu einer Mutmach-Geschichte, so wie bei der kleinen Tina. Bei ihr haben die Therapien mittlerweile gut angeschlagen, sie scheint gesund zu sein, kann den Kindergarten wieder besuchen und spielt seit kurzem am liebsten Bauernhof.

Ehrenamtliche Paten werden gesucht

Wichtig in der Arbeit ist der offene Umgang mit dem Thema Krankheit und Tod. „Es ist kein einfacher Dienst, aber wir lassen die Familien und auch ihre ehrenamtlichen Begleiter nicht allein“, so Elisabeth Mogg von AMALIE, Koordinatorin für den Landkreis Ravensburg. Einmal im Monat findet in Form einer Fortbildung, Praxisbegleitung oder Supervision ein Austausch für alle Paten statt. Die Nachfrage durch die Familien wächst stetig und daher sucht AMALIE aktuell neue Interessierte für das Ehrenamt. Ganz besonders selten, aber gerade bei den Familien mit Jungen sehr begehrt, sind vor allem männliche Paten aus dem näheren Umkreis von Ravensburg und Weingarten. „Auch Menschen aus anderen Kulturkreisen sind bei uns herzlich willkommen“, berichtet Elisabeth Mogg. Denn gerade die Themen Tod und Trauer werden in jedem Kulturkreis anders verarbeitet.

Infostände des Ambulanten Kinderhospizdienstes AMALIE
Samstag, 10. Februar 2018
Marienplatz Ravensburg, 9 bis 13 Uhr
Postplatz Wangen, 10 bis 13 Uhr.

Mit sozialem Engagement voraus: Weihnachtsspende der Franz Lohr GmbH

Mi, 24.01.2018

Große Freude im ambulanten Kinderhospizdienst „AMALIE“ aus Weingarten. Zu Weihnachten gab es die schöne Überraschung: Der Fachbetrieb für Gebäudetechnik und Rohrleitungsbau Franz Lohr GmbH spendete der sozialen Einrichtung 5.000 €.

Sichtlich gerührt zeigt sich Frau Mogg am Tag der Übergabe des großen Schecks. Sie ist die Koordinatorin des Hospizes und mit viel Herzblut und Leidenschaft dabei.

Bisher wurden traditionell Kunden und Lieferanten mit Weihnachtsgeschenken bedacht. Für die Idee, dieses Geld stattdessen für soziale Zwecke zu verwenden, gab es auch von dieser Seite viel Zuspruch. Dass die Auswahl auf „AMALIE“ fiel, war eine gemeinsame Entscheidung des Teams von Franz Lohr. „Es macht meine Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und mich sehr glücklich, mit dem in der Region erwirtschafteten Geld auch regionale Einrichtungen unterstützen zu können“ berichtet Nico Brombeis, Geschäftsführer der Franz Lohr GmbH.

Der Kinderhospizdienst „AMALIE“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Familien zu begleiten, in denen Kinder, Jugendliche oder Eltern schwerst- oder lebensverkürzend erkrankt sind. Die speziell ausgebildeten, ehrenamtlichen Hospizpatinnen und –paten der Einrichtung, freuen sich über jede Spende, die ihr Anliegen unterstützt.

Weiterhin durften sich die Radio 7-Drachenkinder freuen. Ihnen spendet die Franz Lohr GmbH weitere 1.500 € für deren Einsatz für bedürftige Kinder aus sozialschwachen Familien.